Historisches Museum Speyer; Medicus Ausstellung; Insta-Walk
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Nachts im Museum – die Medicus Ausstellung

Nachts im Museum Speyer – was da so abgeht und was vorher geschah kannst Du hier lesen, in meinem neuen Beitrag: „Nachts im Museum – die Medicus Ausstellung“ . Viel Spaß!

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Das Museum Speyer lud uns Blogger und Insta-Sternchen zum Talk im Museum mit Dr. Eckhard von Hirschhausen mit anschließendem Insta-Walk durch die Medicus-Ausstellung ein. Es war wieder einmal grandios und man durfte sich wie ein Promi fühlen. Schon klasse.

Es beginnt…

Zuerst wurden wir persönlich begrüßt und hatten beim Talk im Museum mit Dr. Eckhardt von Hirschhausen reservierte Plätze recht weit vorne! Da fing der Tag doch schon MEGA an!

Bernadette Schoog führte unterhaltsam mit guten Fragen, von denen der medizinische Kabarettist gerne abwich, durch den Talk im Museum. Es war echt interessant und seine Sprüche einfach klasse: „Denken ist wie googeln, nur krasser!“ Er kam über Magie, seinem Buch zum Thema „Die bessere Hälfte: Worauf wir uns mitten im Leben freuen können“, in dem es unter anderem über die Gelassenheit ab der zweiten Lebenshälfte geht (das Buch ist absolut zu empfehlen, ich verlinke es Dir unten!), zur Heilkraft des Humors! Es war ne absolut runde Sache und ich hätte noch stundenlang weiter zuhören können!

Eckhardt von Hirschhausen; Talk im Museum; Museum Speyer; Historisches Museum Speyer

Nach einer kurzen Pipi-Pause und nachdem alle Besucher das Museum verließen, kam der eigentliche Part:

DER INSTAWALK

Ich empfinde es schon als etwas Besonderes, wenn das Museum für uns extra geöffnet bleibt, aber eben nur für uns und der Direktor Dr. Alexander Schubert uns persönlich herumführt. Er hat zu jedem Ausstellungstück etwas zu erzählen, was unglaublich interessant ist, nicht auf den dazugehörigen Tafeln steht und sich nicht nach staubigem Geschichtsunterricht anfühlt!

Wie ich mich vorbereitet habe (Team Streber eben)

Ich habe mich ja schon seit November vorbereitet und das Buch „Der Medicus“ zum wiederholtem Male gelesen. Da meine Augen mittlerweile meinem Alter entsprechend schlechter werden, fiel mir auf, wie klein dieses dicke Buch geschrieben ist. Also hab ich mir erstmal das Ebook auf meinen Ebook-Reader geladen. Ich verlinke es Dir unten. Jeden Abend las ich seitdem ein paar Seiten – und verschwand ganz und gar in eine andere Zeit-Epoche, in der Medizin nicht selbstverständlich war und Menschen noch an für uns ausgerotteten Krankheiten gestorben sind.

Fasziniert und manchmal auch überrascht konnte ich oft den Kindle nicht weglegen – ich MUSSTE wissen, wie es weitergeht! Obwohl ich das Buch vor vielen Jahren schon einmal gelesen habe, kann ich mich nicht mehr so genau erinnern.

Als an Weihnachten der Film als Zweiteiler im Fernsehen war, MUSSTE ich den sehen. Und ich war überrascht! Man darf ihn absolut nicht mit dem Buch vergleichen, denn außer der Namen und ein paar Randbedingungen hat der Film nicht viel mit dem Buch gemeinsam. Getrennt von einander betrachtet, ein toller Film aus deutscher Hand, mit großartigen Schauspielern, aber eben nicht sehr nahe am Buch. Ich verlinke Dir den Film auch unten.

Kindle trifft auf Buch; Moderne trifft auf Altbewährtes; Technik trifft auf Papier; der Medicus

Die Ausstellung ist echt der Hammer!

Wir durften wieder alles fotografieren und aufnehmen, was wir als interessant erachtet haben. Das war ein exklusives Recht für uns, also alle folgenden Fotos und Aufnahmen sind durch eine Ausnahmegenehmigung entstanden!

Der Bader-Wagen; Museum Speyer; Historisches Museum Speyer

Im Buch und Film wurden in diesem Wagen (dieser ist ein Replik, der echte stand wohl immer draußen und ist nicht mehr ansehnlich, dieser wurde aber sehr nahe nachgebaut und ist nur etwas kleiner, damit er besser durch die Türen passte) die Behandlung durch den Bader und später durch Rob Cole durchgeführt. Bader war der Mediziner dieser Zeitepoche. Es gab schon die Medici, also Medicus und später auch Medica, aber diese waren unbezahlbar und sehr selten! Ein Medicus hatte den Beruf studiert, das war damals schon möglich, aber sehr sehr selten und bildete danach aus. Ein Medicus konnte zum Beispiel operieren (im Buch sogar den grauen Star!), was ein Bader nur bedingt konnte (er amputierte eher). Das Ganze geschah ohne Betäubung! Nur Alkohol und eben die geistige Flucht in die Bewusstlosigkeit. Auch ein Medicus konnte nicht betäuben!

Im Buch wurde zusätzlich zum grauen Star auch ein Kaiserschnitt durch einen Medicus durchgeführt. Ohne Betäubung. Reden wir nicht weiter drüber! Uuuuuaaaaaah!

Diese Epoche war nichts für Weicheier!

Also: Ein Bader war jemand, der sein Wissen durch Ausbildung gelernt und so auch weitergegeben hat. Er hatte sehr wenig Mittel, viel gearbeitet hat er mit der Macht des Glaubens und des Willens (Placebo war sicher ein großes Thema! Im Buch gibt es ja auch das Elixier, das er selbst hergestellt hat und das hauptsächlich aus Alkohol bestand! Aber es wirkte! Nun ja.)

Das Elixier; Medicus-Ausstellung; Speyer; Museum Speyer; historisches Museum Speyer
Text zum Elixier; historisches Museum Speyer; Medicus Ausstellung

Nun die Parallelen zu mir!

Ich bin Tierheilpraktikerin!

Also eher Tier-Bader als Tier-Medicus. Ich habe an keiner Universität studiert, sondern an einer Tierheilpraktiker-Schule gelernt (was man heute ein privates Studium nennt, aber ich möchte es auf garkeinen Fall mit einem Tiermedizin-Studium vergleichen!). Man erhält das theoretische Wissen an dieser Schule, ein Praktikum war in meiner Ausbildung inbegriffen und ich absolvierte noch weitere Praktika bei Tierärzten. Das Wissen kann mir keiner mehr nehmen.

Allerdings ist die Ausbildung und der Beruf des Tierheilpraktikers nicht staatlich geregelt, im Gegensatz zum Human-Heilpraktiker. Es gibt keine einheitliche Prüfung, die schulinterne habe ich bestanden. Jeder darf sich Tierheilpraktiker nennen, auch die ohne Ausbildung. Bei den Badern gab es sicher auch die Scharlatane, die garkeine Ausbildung hatten, Scharlatane nennt man auch diese „Tierheilpraktiker“.

Ich sehe also den Bader mit jahrelanger Ausbildung und auch weiterer Zusammenarbeit mit Badern als Heilpraktiker des Mittelalters.

Im Museum kann man nun durch die Zeit reisen – und durch die Welt

Die medizinische Entwicklung ist erstauntlich – da die Kirche wie bei so vielem anderen es den Medici, Badern und Wissensdurstigen schon immer die Arbeit erschwerten (sie wollte schließlich die alleinige Macht darüber haben und nur sie durften Menschen behandeln, nahmen aber selbst die Behandlung von einem Medicus in Anspruch!), ging es sehr langsam voran. Aber es ging voran. Denn der Mensch hatte schon immer einen großen Wissensdurst und wollte immer eines:

So reiste ich also durch Raum und Zeit…

Hildegard von Bingen; Kloster; Nonne
Hildegard von Bingen ist wohl jedem ein Begriff
Schröpfköpfe aus dem Mittelalter; Medicus Ausstellung historisches Museum Speyer
Schröpfköpfe
Gläserne Schröpfköpfe
Glas-Schröpfköpfe, wie ich sie auch kenne. Das Schröpfen habe ich auch gelernt, die Technik ist fast dieselbe!
Instrumente im Mittelalter; Grabbeigaben
Instrumente als Grabbeigaben. Wenn ein Medicus gestorben ist, wurden ihm seine Instrumente mit ins Grab gelegt. Stelle ich mir heute eher lustig vor.
Buch der Kräuterlehre
Das Kräuterbuch – da schlägt mein Tierheilpraktikerherz höher!
Kopf Johannes der Täufer; Aberglaube; Medicus-Ausstellung Museum Speyer
Aberglaube spielte eine große Rolle in diesem Zeitalter
Büsten
Büsten von Hippokrates und Asklepios
Einhorn-Horn-Raspeln; Aberglaube; Apotheke; Medicus-Ausstellung Speyer
Die Apotheker fanden eine Marktlücke und verpackten Medikamente schön! Ob da wirklich Raspeln eines Einhorn-Horns drinnen sind, ist ja wohl eher fraglich, aber sicher war das ein Verkaufsschlager!
die gläserne Frau; anatomisches Zeitalter
In der anatomischen Zeit wurde endlich erlaubt, toten Menschen den Körper zu öffnen und zu forschen. Alte Aufzeichnungen, die anhand von Tierkörpern erstellt wurden, wurden ergänzt und verbessert! Hier siehst Du die gläserne Frau.

Ich hoffe, Dir hat meine kleine Zusammenfassung gefallen.

Natürlich gibt es noch viel mehr zu entdecken, aber schließlich kannst Du Dir die Medicus Ausstellung auch selbst anschauen, Du wirst noch viel mehr staunen! Ich habe noch einen kleinen Film zusammengestellt, den ich hier gleich noch einbringe.

Ja, jeder Blogger oder Influencer, der dort war, hat andere Eindrücke aufgenommen. Ich werde ihre Beiträge dazu hier verlinken, wenn ich es darf.

Es war ein toller Abend und – übrigens – ich verrate nicht, ob ich nach Schließen des Museums in der Nacht nicht noch ein Tète à Tète mit Hippokrates hatte… denn nachts im Museum, da ist alles möglich!

Deine Bea.

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Hier der YouTube-Trailer des Museums! Einfach toll!

19 Kommentare

  • Renate

    Wie toll. Selten, aber gerade denke ich, dass Reisen und Fotografieren nicht die einzigen wahren Bloggerthemen sind… :-)„Der Medicus“ liegt zu Hause auf meinem Nachttisch. Ich freu mich auf die Lektüre…

  • Christina

    Das hast du schön geschrieben! Ich finde es immer wieder faszinierend welch guten Einblick man durch gut aufbereitete Ausstellungen man in eine komplett andere Epoche bekommt!
    Wir waren gerade in Peru und haben fanden die Ausstellung im Inca Museum auch besonders interessant!

    Zeitreisen beim Reisen quasi 😉

    Alles Liebe,
    Christina von https://miles-and-shores.com

  • Miriam

    Das ist ja mal eine coole Aktion – und noch schöner, dass dir der Besuch gefallen hat. So eine private Führung würde mir auch gefallen. Das Thema Medicus ist sicher auch spannend, diese Zeit war echt grauenhaft.

  • Viktoria

    Das klingt ja nach einer Ausstellung, die auch mir wirklich gut gefallen würde. Ich bin ein großer Fan von alten Heilmitteln und die Geschichten wie sich die heutige Medizin entwickelt hat. Kennst du das Buch/Hörbuch „Der Horror der frühen Medizin“ von Lindsey Fitzharris – ich glaub das würde dir gefallen!

  • Dr. Annette Pitzer

    Liebe Beate,
    als ich vor Jahren den Medicus gelesen habe fand ich das Buch großartig. Von der Medicus Ausstellung hatte ich bisher noch nichts gehört, da lohnt sich die lange Fahrt nach Speyer aber definitiv.
    Alles Liebe
    Annette

  • Saskia Katharina Most

    Wie interessant! Ich komme aus Fulda. Dort wo das Musical zur Medicis entstanden ist. Ich mag die Geschichte sehr und war schon etliche Male in diesem Musical. Ich wusste aber gar nicht, dass es auch ein Museum dazu gibt.

    Liebe Grüße,
    Saskia Katharina

  • Jana

    Wow wie cool, ich habe in letzter Zeit schon häufiger von Instawalks gelesen, das wäre auch was für mich! Dieses Museum und die Medicus-Ausstellung klingen voll spannend! Ich lese ja schon seit geraumer Zeit die Highlandsaga von Diana Gabaldon, spielt im 18. Jahrhundert und da wird auch oft von den damals noch gängigen medizinischen Behandlungen erzählt! Ohne Betäubung und so! Ein Schluck Whisky musste reichen! Da musste ich dran denken, als ich es bei dir las!

    Liebe Grüße
    jana

  • Mo

    Liebe Bea,

    das Buch der Medicus habe ich auch schon gelesen. Und fand es mega. Diese Ausstellung wäre genau nach meinem Geschmack gewesen. Dazu dann noch mit Eckart von Hirschhausen, das ist ja mega. Man spürt richtig wie sehr es dir gefallen hat. Vielen Dank, dass du uns daran hast teilhaben lassen.

    Liebe Grüße, Mo

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