Golden Retriever; Balou; Liebe; Haustierliebe
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Mama Bea und ihre Tiere – Golden Retriever Balou stolpert in mein Leben

Gestern hatte ich Angst… riesige Angst! Erst schnürrte es mir den Hals zu, dann löste sich der Knoten und ich weinte! Einen ganzen Nachmittag lang. Bis ich entschied, dass ich keinen Lebenden betrauere! Worum es geht? Um unseren, nein, MEINEN Hund Balou. Lest es selbst, in meinem neuen Beitrag aus der Reihe: „Mama Bea und ihre Tiere – Golden Retriever Balou stolpert in mein Leben“. Viel Spaß beim Lesen oder zuhören.

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!

Heinz Rühmann
Golden Retriever; Balou;

Ein Liebesbrief an meinen Hund

Balou – was bin ich erschrocken, als mir die Notdienst-Tierärztin, die weder Dich noch mich kannte, mir mitteilte, dass Du es eventuell nicht schaffen könntest! Dass es nicht heilen würde und man Dich erlösen müsse!

Mir wurde schwindelig, fast schwarz vor den Augen, aber trotzdem war ich stark – und zwar stark für Dich!

Warst Du denn nicht immer stark für mich?

Wenn wir im Dunkeln Gassi gehen, dann passt Du auf mich auf. Hatten wir auch schon brenzlige Situationen, die Du souverän gelöst hast! Du bist ein starker Mann an meiner Seite!

Als ich nervlich nicht mehr konnte und unter Tränen zusammenbrach, warst Du da, um mich zu trösten!

Wenn ich richtig mies gelaunt bin, gehst Du mir aus dem Weg. Geduldig wartest Du, bis meine Wut verraucht ist. Liegst immer vor meiner Tür! Wartest, wenn ich weggehe am Tor, bis ich wiederkomme. Freust Dich, wenn ich wieder da bin und weichst mir nicht von der Seite, hältst Dich aber an alle Regeln, die wir uns ausgedacht haben.

Natürlich gebe ich Dich nicht so einfach auf… solange Du es auch nicht tust!

Klar, Du hast Schmerzen, aber trotzdem hast Du Lebenswillen. Bist ja erst 11 Jahre jung. So jung wie Maxim, mit dem Du nun aufgewachsen bist.

Ja, Du warst auch für die Kinder immer da.

Als Maxim 1,5 Jahre war, kam in mir der Wunsch hoch, wieder einen Hund zu haben. Für Till und seine Unruhe wäre das auch gut, hieß es.

Ich entschied mich für die Rasse „Labrador Retriever“, weil ich schon welche kannte, die sehr gut in Familien passten. Es sollte kein Welpe sein, denn ich hatte gerade mit der Sauberkeitserziehung meiner eigenen Kinder genug zu tun. Den Rest würde ich hinkriegen. Da machte ich mir keine Sorgen.

Gut, dass eine Familie wegen der Allergie der Mutter, Dich abgeben wollten. Nein, nicht wollten, MUSSTEN! Wie schwer es ihnen fiel, sah ich. Sie versuchten es schon vorher bei einer anderen Familie, in der Du Dich aber nicht einfügen konntest. Ja, so ein Rüpel, wie Du es warst, der ist nicht so leicht im Umgang!

Noch dazu warst Du kein Labrador Retriever, wie es eigentlich in der Beschreibung stand. Deine Mama war das, Vater unbekannt. An Deinem langen Fell sieht man, dass er mindestens mal langes Fell hatte. Das Einzige, was Du mit Retrievern gemeinsam hast, ist die Leidenschaft für Wasser und der Familiensinn. Ansonsten bist Du ein typischer Jagdhund mit ausgeprägtem Jagdinstinkt, apportierst auf garkeinen Fall! Du bist nicht sehr gesellig und bewachst lieber mich, Haus und Hof. Egal, was Dein Vater ist oder war, er hat Dich gemacht! Mein Seelenhund!

Bei uns hats aber gleich gepasst!

Maxim hast Du sofort akzeptiert, Till sowieso. Sie konnten Dich schon immer beim Essen stören, sich in Dein Körbchen legen – Du hast alles toleriert, sie bisher nie angeknurrt! Auch fremde Kinder akzeptierst Du sofort, weil Du weißt, dass ich das von Dir erwarte!

Golden Retriever; Balou; zu Hause; willkommen

Du weißt immer, was ich von Dir erwarte!

Irgendwie hast Du dafür einen Riecher. Oder man kann auch sagen, wir verstehen uns blind!

Das war nicht immer so!

Als Du zu uns kamst, warst Du gerade voll in der Pubertät und ein echter Rüpel! Ralf, mein Mann, kam sofort mit Dir zurecht, hat er eine sehr dominante Art und kann sehr gut mit Hunden umgehen. Mich hast Du erstmal hinterfragt und geschaut, was so drin ist.

Es hat eine Weile gedauert, aber dann ging es. Da Du unkastriert durchs Leben gehen darfst, haben wir immer mal wieder Theater miteinander. Aber was solls… bisher haben wir es immer ausgefochten und lieben uns sehr!

Auch als ich die blendende Idee hatte, Dich als Deckrüde anzubieten…was für ein Dilemma! Anscheinend war keine nach Deinem Geschmack dabei!

Und nun sagt mir eine Tierärztin, dass ich mich mit dem Gedanken anfreunden soll, dass ich Dich gehen lassen soll!

Ich bin noch nicht bereit! Denn Du bist es auch noch nicht!

Der Tierarzt heute – unser Tierarzt seit nun fast 20 Jahren – dem ich mehr als mir vertraue, schaute sich Deine Wunde an und nahm mir meine Angst! Wir werden alles versuchen, dass es Dir ganz schnell wieder gut geht und Du noch einige schöne Jahre mit uns verbringen kannst.

Meiner Angst wich Erleichterung!

Auf der kompletten Rückfahrt weinte ich aus Erleichterung! Und Wut! Wut auf eine Tierärztin, die mich nicht kannte, nicht meinen Hund, aber ohne nachzudenken, das aussprach, was sie ruhig hätte denken dürfen. Denn – mal ehrlich – wenn man sich mit Lebewesen egal welcher Art umgibt, kann der Tod nun mal näher sein, als man denkt! Trotzdem ist es ein sensibles Thema und man sollte damit vorsichtig umgehen.

Finde ich!

Egal was noch kommt, egal, was Du noch von mir verlangst! Ich werde es Dir geben. Und wenn es soweit ist, werde ich Dich begleiten. Damit Du gut über die Regenbogenbrücke gehen kannst. Aber erst, wenn wir beide dazu bereit sind!

Golden Retriever; Balou; Liebe; Haustierliebe; Tierliebe; Leben mit Tieren;

Deine Bea.

34 Kommentare

  • Dr. Annette Pitzer

    In meinem Beruf ist ja das Sterben immer ein Thema. Einen treuen Begleiter eventuell gehen lassen zu müssen ist immer sehr schwer. Solange Balou noch Lebenswillen hat und Dein Tierarzt optimistisch ist ist alles im grünen Bereich. Die schroffe Art der Tierärztin verzeihe Ihr, denn sie kann wohl selber nicht gut mit Ihren Gefühlen umgehen und denkt Schrofheit als Schutzpanzer zu brauchen.
    Alles Liebe
    Annette

    • Mamabeasblog

      Ich denke auch, dass sie einfach damit nicht umgehen kann, was sie allerdings sollte, erstrecht nach diesem Studium. Allerdings lernen Ärzte wie Tierärzte nicht den Umgang mit dem Mensch. Wäre allerdings auch wichtig.

      LG, Bea.

  • Linni

    Hallo Bea,
    meine Eltern haben sich auch vor ein paar Monaten einen Hund zugelegt. Es ist zwar nicht mein eigener, aber ich liebe ihn jetzt schon über alles. Deswegen kann ich mir gut vorstellen wie du dich jetzt fühlst!

    Schönen Tag noch!

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

  • Nadine von tantedine.de

    Oh man 🙁 Bei deinem Brief musste ich ganz dolle weinen 🙁 Zum Glück ist doch alles gut! Wir haben zwar keine ‚eigenen‘ Tiere aber die Nachbarskatze ist mittlerweile ein Teil von unserer Familie geworden. Einmal kam sie ganz zerbissen zu und und ich konnte mir gar nicht mehr einkriegen 🙁 Zum Glück hat sie alles überstanden. Ich weiß gar nicht, was wir ohne sie machen sollen und ich hoffe, dass wir noch viele Jahre mit ihr haben.

    Für deine Fellnase wünsche ich euch alles Liebe und eine fette Portion Gesundheit 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

    • Mamabeasblog

      Vielen vielen Dank, auch für Deine Worte! Ich hoffe, der Katze geht es noch ganz lange gut. Sie hat ja zum Glück 7 Leben 😉

      Lieben Gruß, Bea.

  • Antje M.

    Oh, das tut mir leid, dass Ihr an so eine unsensible Ärztin geraten seid. Ein geliebtes Tier gehen lassen zu müssen ist furchtbar, das musste ich leider auch schon mehrmals erleben. Genießt jeden gemeinsamen Tag und ich wünsche Euch, dass es noch ganz, ganz viele sind!

    • Mamabeasblog

      Ich ja auch und weiß auch, dass es oft eine Erlösung ist. Aber nicht bei einem Hund, der noch Mitten im Leben steht! Den gebe ich nicht kampflos auf. Danke für Deine Worte.

      Lieben Gruß, Bea.

  • Birgit | Travelsome

    Hui ich kann das so gut nachvollziehen. Ich hatte selbst fast 25 Jahre lang 2 Hunde und man leidet jedes Mal mit, wenn irgendwas ist und ist umso mehr erleichtert wenn es Aussicht auf Heilung/Besserung gibt. Da finde ich es auch wichtig, von einfühlsamen Ärzten betreut zu werden!

    • Mamabeasblog

      Unser Tierarzt ist ein guter Mensch, ich habe früher bei ihm Praktikum gemacht und mitbekommen, wie er mit Menschen umgeht! Es heilt derzeit sehr gut, danke für Deine Anteilnahme.

      Lieben Gruß, Bea.

  • Primetime Chaos

    Was für ein berührender Beitrag!
    Ich hatte selbst noch nie ein Haustier, kann mir aber vorstellen, wie schlimm das ist, wenn es dem Tier nicht gut geht. Da ist man so hilflos. Die Hunde sind ja wie Familienmitglieder.

    Ich sende dir viel Kraft und gute Besserung an deinen Balou.
    Alles Liebe,
    Theresa

  • Melanie

    Ach ist das ein schöner und gefühlvoller Beitrag!
    Unsere Kisha starb am 6.6.16 an einer Vergiftung. Es war so schlimm, da wir nichts mehr für sie tun konnten.

  • Sarah-Allegra

    Liebe Bea! Oh nein, was muss das bei der Tierärztin für ein Schock gewesen sein! Das mag ich mir gar nicht ausmalen! Ich habe zwar keinen Hund, aber drei Katzen und sie gehören für mich zur Familie. Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Schade, dass Empathie nicht jedermanns(oder fraus) Stärke ist. Ich wünsche euch auf jeden Fall alles alles Gute!

    Liebst, Sarah-Allegra
    https://www.fashionequalsscience.com/

    • Mamabeasblog

      Ich kann verstehen, dass man etwas abstumpft in diesem Beruf! Aber es war echt wie ein Brett vor den Kopf knallen! Fand ich schon bisschen hart!

  • Steffi

    Huhu,

    ein schweres Thema. Haustiere sind Familie und da ist loslassen immer schwer. Wichtug ist, das Tier soll sich nicht quälen, aber ich bin mir sicher, das du später das richtige tun wirst und solange genieß die Zeit!

    Lg
    Steffi

    • Mamabeasblog

      Natürlich soll sich ein Tier nicht quälen und ich finde es toll, dass man das dann entscheiden kann! Aber solange ein Tier vor Kraft und Lebenswillen strotzt, leidet es nicht.

  • Busymamawio

    Liebe Bea,
    Das muss schrecklich gewesen sein! Einen Begleiter nach so vielen Jahren vielleicht zu verlieren. Ein Hund ist so viel mehr als ein Haustier! Ich wünsche euch alles Gute und dass Dein Balou noch viele tolle Jahre in deiner Obhut erleben darf!
    Viele Grüße
    Wioleta von http://www.busymama.de

  • IcefeeTestet

    Oh nein das tut mir sehr leid. Wir haben auch einen Schäferhund und ich weiß wie das ist wenn der Hund leidet. Unser war vor kurzem vergiftet, durch die schnelle und gute Hilfe der Tierärztin könnte unser Hund gerettet werden. Ich darf nicht an den Tag denken wenn das mal soweit ist.
    Liebe Grüße Katrin

  • Anni

    Ich fühle mit dir und es tut mir sehr Leid. Ich weiß noch als mein Kater eingeschläfert werden musste und ich ihn wochenlang immer noch um die Ecke gehen hab sehen obwohl er weg war. So einen Freund zu verlieren ist schwer!

    Liebe Grüße und viel Kraft,
    Anni von https://www.yogagypsy.de

  • Alex

    Liebe Bea,

    toll geschrieben! Wenn ich das so lese, merke ich, wie sehr mir ein Hund fehlt. Leider lässt es sich nur sehr schwer mit meinem Beruf und meinem Hobby vereinbaren und mein Mann steht auch nicht dahinter. Aber ich kann deine Gefühle sehr nachvollziehen – der Hund meiner Eltern, der mich meine gesamte Jugend begleitet hat, musste irgendwann eingeschläfert werden, weil er so Schmerzen hatte und nicht mehr fressen konnte. Aber wir konnten uns eine Weile darauf vorbereiten und wussten, dass es das Beste für ihn war. 🙁
    Ich wünsche Balou und euch alles Gute und dass ihr noch viele schöne Jahre zusammen habt!

    Liebe Grüße,
    Alex

  • Daniela

    Da kommen Erinnerungen hoch, kein schönes Thema, als wir unsere Hündin einschläfern lassen mussten, war es wochenlang sehr ruhig bei uns. Niemand wollte ihr Halsband und ihre Leine aus dem Flur entfernen, jedesmal, wenn man die Haustür aufgemacht hat, war sie nicht mehr da, niemand mehr, der immer an der geöffneten Kühlschrankür steht, niemand mehr, der in jedes Wasserloch springt und sich anschließend in Kuhfladen wälzt…..aber gut, wir hatten ja sehr schöne Jahre zusammen und daran sollte man immer denken……….Liebe Grüße Daniela von https://travelmixbestager.de/

  • Avaganza

    Ein geliebtes Tier gehen zu lassen, muss furchtbar sein! Wir haben keine eigenen Haustiere, aber wir sind alle sehr tierlieb und die Kinder wachsen mit den Hunden unserer Kindermädchen auf. Da hängen sie auch sehr dran.

    lg
    Verena

  • Jana

    Wir hatten auch mal ein Golden Retriever-Mädchen, das uns einige Jahre begleitet hat! Wir hatten es erst bekommen, als es schon einige Jahre alt war. Die ehemaligen Besitzer hatten sich scheiden lassen und keiner wollte den Hund behalten. Schlimm sowas! Aber „Tanja“ hatte noch ein schönes Leben bei uns und war so ein liebes Tier! Ich hoffe, Ihr habt noch eine schöne Zeit zusammen!

    Liebe Grüße
    Jana

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