Jacky gibt ihr Schreibdebüt - Ein Tierschutzhund meldet sich zu Wort
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Jacky gibt ihr Schreibdebüt – Ein Tierschutzhund meldet sich zu Wort

„Jacky gibt ihr Schreibdebüt – Ein Tierschutzhund meldet sich zu Wort“ – Na, nun isses soweit! Ja, hier bellt Jacky. Ihr habt lange gewartet. Ich erzähl‘ Euch mal hier, warum. Viel Spaß!

Jacky gibt ihr Schreibdebüt – Ein Tierschutzhund meldet sich zu Wort

Voice Over

Hier bin ich! Wuff heißt Hallo!

Warum das so lange gedauert hat?

Weißt Du, ich bin ja aus Rumänien. Und da ist es nun mal so, dass man da ne andere Sprache bellt. Auch sonst ist da alles anders. Was nicht heißt, dass es schlechter ist. Muss auch mal gewufft werden!

Okay, und da ich erstmal Deine Sprache lernen musste, geschweige denn schreiben oder halt diktieren, hat’s halt bissel gedauert!

Aber jetzt bin ich da! Um Dir die Welt der Hunde zu offenbaren.

Ich bring‘ Licht ins Dunkel!

Ich berichte Dir also ab heute von meinem Alltag. Und warum das so ist. Vielleicht hast Du dann mal etwas mehr Verständnis für Deine Fellnase! Vielleicht öffne ich auch Herzen und Türen für manch ein neues Familienmitglied? Wer weiß!

Meine größte Hoffnung ist, dass ich aber die Menschen davon überzeugen kann, dass Tiere adoptieren viel cooler ist als kaufen. Sicher hat der/die ein/e oder andere klare Gründe für ein Tier vom Züchter. Aber wenn ich doch mal einen Mensch dazu bringe, darüber nachzudenken…. dann hab ich mein Ziel erreicht!

So, aber nun Schluss mit dem Gefasel‘ und Butter bei die Fische (jaaa, mein letzter Urlaub war am salzigen Wasser ganz oben und was ich mir da eingefangen hab erzähl‘ ich Dir schon noch!):

Ich stell‘ mich erstmal vor!

Jacky gibt ihr Schreibdebüt - Ein Tierschutzhund meldet sich zu Wort; Jacky

Hier ist also Jacky. Ich bin nun kein Welpe mehr und Mama sagt, es gibt nun einen dritten Teenie im Haus. Mir ist mein Alter ja schnuppe. Da ich noch ne vollständige Lady bin (ich kann das erschnüffeln, dass das nicht jedes Hundemädchen noch ist), war ich schon zweimal läufig. So nennt das Mama. Ich finde ja, ich bin da garnicht anders als sonst. Außer, dass ich leckerer schnüffle. Mag ich sehr. Und Mama mir komische Dinger anzieht, damit ich nicht alles einsaue. Nervt mich sehr. Was ich allerdings mag, ist, dass ich dann total viel Aufmerksamkeit bekomme, weil alle darauf aufpassen, dass ich das Ding anlasse und dass ich die Jungs nicht so nahe an mich lasse. Weiß nicht, warum. Find‘ ich sicher noch raus und berichte es Dir dann.

Aber zurück zu meiner Vergangenheit!

Ich komme, wie gesagt, aus Rumänien. Eigentlich kann ich mich daran kaum noch erinnern. Außer, dass ich da ganz gut klar kam. Ich war ja nicht lang‘ da. Da waren halt ganz viele andere Hunde, mit denen man sich gut stellen musste. War einfach ein anderes Leben. Ich hatte da Geschwister und habe von Mama gehört, dass mein Bruder in Deutschland ist und ich ihn sogar treffen kann *freu* und meine Schwester noch in Rumänien ist. Ich hoffe, sie kommt auch bald hier her, damit sie auch so tolles Essen kriegen kann.

Denn in Rumänien gab es auch zu essen. Aber das wurde ganz anders von den Zweibeinern verteilt und man musste sich da an Regeln halten. Ja, ich bin nicht der Typ Hund, der sich durchsetzt. Aber es blieb immer etwas für mich über.

Und dann kamen da Menschen, die mich mitnahmen.

Ich wurde nicht gefragt, ob ich das will. Ich weiß nicht mal, ob ich das wollte, denn ich wusste ja nicht, was passierte. Es passierte einfach.

Bisher fand ich Menschen beängstigend. Vor allem die, die so ne dunkle Stimme haben. Nennen wir sie mal „die Groben“. Denn die sind so grob. Die schnappen einfach so kleine Hunde wie mich und manchmal tut das auch weh. Und die kommen auch, wenn man mitgenommen wird. Und dann stecken sie die Hunde in solche Dinger. Kisten, sagen sie. Und dann fährt man eeewig mit einer noch größeren Kiste, genannt „Auto“ durch die Gegend. Bis dann wieder diese Groben kommen und man herausgeholt wird. Wenn man Glück hat, dann kommt man zu der anderen Spezies, zu der meine Mama gehört. Die sind nicht so grob, haben viel hellere Stimmen und sprechen auch eher weich. Nennen wir sie „die Weichen“.

Diese geben einem ein besseres Gefühl. Aber nicht sicherer. Nur erstmal besser. Gut, ich bin zu einer Weichen gekommen. Und ab da – war alles anders.

Ich kam in ein Zuhause. Nicht mein jetziges, aber auch ein Schönes. Ich wusste vorher nicht, was das ist. Alles war neu. Ein Zuhause, eine Familie mit einem Groben, einer Weichen und einem Welpen.

Jacky gibt ihr Schreibdebüt - Ein Tierschutzhund meldet sich zu Wort; Jacky und ihr Hundekumpel

Dort wohnte schon ein Hund, was mir etwas Sicherheit gab. Der erklärte mir nämlich gleich zu Anfang, dass ich es gut haben werde und was ein Zuhause ist. Dass es da reichlich zu essen und trinken gibt, wenn man sich an die Regeln hält. An die habe ich mich sofort gehalten und hab meine Geschäfte draußen verrichtet, wo er das auch tat. Toller Kumpel, muss ich einfach mal sagen.

Ja, und als ich dachte, boah, besser kann es nicht mehr werden, kam Mama. Mama kam mit ihren Welpen, um mich zu besuchen. Die drei sind nicht über mich hergefallen und haben mir Zeit gelassen, sie zu beschnuppern. Und die rochen echt gut!

Bei denen zu Hause angekommen war da kein Hundekumpel. Aber da war wieder ein Grober!

Nach einer Weile habe ich dann gemerkt, dass der Grobe es nicht böse mit mir meinte. Heute kuscheln wir ganz viel, denn das kann der echt super! Ich nenne ihn jetzt Papa, weil das Mama immer sagt. Er hört es ja nicht, er hört nur „wuff“.

Jacky gibt ihr Schreibdebüt - Ein Tierschutzhund meldet sich zu Wort; Jacky kuschelt mit Papa

Ja, und nun bin ich schon echt ne Weile da und hab ganz viel gelernt. Ne Hundefreundin hab ich auch, die wohnt nebenan und ist echt klasse! Sie macht so tolle Faxen! Und ihre Mama hat tolle Leckerlis. Ja, Liebe geht über den Magen, sagt Mama. Da hat sie recht!

Jacky gibt ihr Schreibdebüt – Ein Tierschutzhund meldet sich zu Wort

Was gibt es sonst noch so über mich zu sagen?

Ich bin ne kleine Maus. Ständig bekomme ich zu hören, ich wäre aber echt klein. Nun ja, ich finde, ich bin normal. Ich bin halt Jacky, ne?

Nun werde ich hier also immer mal was plaudern. Wie findest Du das? Gerne gebe ich Details preis, von denen Ihr Zweibeiner keine Ahnung habt! Ich kläre das aber mit meiner Hundemeute ab, ob das okay ist. Ehrensache! Denn es gibt Mythen, die gehören endlich mal aufgeklärt. Und Geheimnisse, die welche bleiben sollen.

Bleib also dran, es wird hier hündisch!

Ein frohes Wuff zum Abschied,

Eure Jacky!

Zum Weiterlesen: https://mamabeasblog.de/2021/12/14/entscheidung-hund-aus-dem-ausland-tipps-und-tricks/

Hier findet Ihr meine Schwester: https://pfotenhilfe-suew.de/Fellnasen-Maedels-Vermittlung/

13 Kommentare

  • Ilona

    Wir hatten auch fast immer Tierschutztiere, bis auf wirklich gaaaanz wenige Ausnahmen. Ich würde immer wieder Tiere aus dem Tierschutz holen. Es ist so herzzerreißend, wenn man seine braven Tierchen sieht und sich vorstellt, wie sie da noch in einem Zwinger säßen. 🙁
    Zum Glück gibts in diesen Ländern, die ja echt nicht mit Reichtum gesegnet sind, auch Leute, die sich um all die Tiere kümmern… aber langfristig muss da echt was passieren. Wie? Keine Ahnung… das wird ein langer Prozess sein. Wenn es den Leuten dort oft noch so vergleichsweise dreckig geht, dann denken sie auch weniger dran, wie es den Tieren geht…

    • Mamabeasblog

      Liebe Ilona,

      die Hunde sind eine Einnahmequelle! Fängt an bei den Hundefängern, die eine Prämie für jeden gefangenen Hund bekommen (deshalb werden dort auch Hunde von den Leuten gestohlen!), bei den Tötungen, die pro getöteten Hund bezahlt werden und zuletzt die Shelter, die von uns Deutschen das Geld bekommen, über die Vereine, die die Tiere vermitteln und nichts daran verdienen! Ich merke schon, ich muss dazu unbedingt mal etwas verfassen!

      Liebe Grüße, Bea.

  • Cornelia

    Das ist ja lustig geschrieben, liest sich bis zum letzten Wort sehr spannend. Ich hoffe, Jacky meldet sich noch öfter zu Wort.

  • Vici

    Ich fand deinen Beitrag wirklich toll zu lesen… vor allem die Schreibweise bzw. die Erzählperspektive ist wirklich interessant und gut gelungen.
    Toll, dass Jacky ein gutes Zuhause gefunden hat! Kann mir gut vorstellen, dass gerade auch ältere Hunde sehr selten adoptiert werden… im Moment kann ich die Verantwortung für einen Hund durch meine ganzen Reisen nicht übernehmen… aber irgendwann möchte ich unbedingt einen haben und einen zu adoptieren, wäre doch eine tolle Idee. 🙂

    Danke für diesen wirklich tollen Beitrag. 🙂

    LG,
    Vici

    • Mamabeasblog

      Aber klar – das muss wohl überdacht sein! Mach Du Deine Reisen und wenn es passt – die Shelter in Rumänien sind voll!

      Liebe Grüße, Bea und Jacky.

  • Jana

    Hallo Jacky, ich hoffe es wird in Zukunft noch viel mehr von dir zu lesen geben, denn das war wirklich herzerwärmend! Ich wollte schon immer mal wissen, wie ein Hund die Welt sieht und kann dir versprechen, dass ich auch zu den Weichen gehöre! Mein Hündchen ist zwar nicht aus Rumänien oder aus dem TIerschutzbund, aber war eine der letzten übrig gebliebenen in einer Zucht und ich denke mir immer, sie hatte nur noch auf mich und meine Tochter gewartet! Es war so bestimmt! So wie du bei deiner Mama sein solltest 🙂

    Ganz liebe Grüße
    von Jana und Elfie

    • Mamabeasblog

      Aber ganz klar! Es wird hier nie einen Vorwurf geben, dass jemand zu einem Züchter/in geht. Und Elfie… eine Zuckerschnute!

      Liebe Grüße, Bea und Jacky.

  • Auszeitgeniesser

    Eine interessante Idee aus Sicht eines Hundes zu schreiben. Es wäre sicher sehr interessant, wenn man wirklich seine Gedanken kennen würde.

    Irgendwie bin ich immer ein bisschen zwiegespalten wenn ich von Tieren lesen, die eine solche Geschichte hinter sich haben. Einerseits finde ich jedes Tier hat ein Recht auf ein freies Leben, doch ob man sie wirklich retten kann? Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig.

    Für jacky ist es offenbar wunderbar.

    Liebe Grüße, Katja

    • Mamabeasblog

      Man packt nicht das Ganze bei der Wurzel, ich denke, ich weiß, was Du meinst. Man rettet zwar ein Tier, aber erschafft so auch eine Nachfrage! Um dem Ganzen zu helfen, müssten die Streuner dort kastriert werden. Rumänien ist das Land, in dem das noch am Wenigsten passiert. Warum, weiß ich genau: Es gibt Geld für jeden gefangenen und für jeden getöteten Hund. Man würde den Tieren helfen, aber den Menschen, die davon leben (wenn es auch grausam ist), nimmt man die Einnahmequelle.

      Ich kenne Deinen Zwiespalt. Hilft den Hunden aber leider nicht.

      Viele Grüße, Bea.

  • Steffi

    Huhu,

    ich finde die Idee das Jacky selber schreibt und berichtet total süss und auch wichtig. So werden noch mehr Menschen vielleicht aufmerksam auf Tierschutzhunde und machen sich Gedanken ob nicht jedes Tier ein schönes Zuhause verdient hat .. Und vielleicht werden so einige Leser angeschubst und interessieren sich so auch für den ein oder anderen Hund.

    Finde es wirklich so süss das sie berichtet! Gerne mehr davon!

    LG Steffi

  • Avaganza

    Liebe Bea,

    so berührend geschrieben aus Jackys Perspektive. Würde mich freuen noch mehr zu lesen 🙂 und bin gespannt was da noch alles kommt.

    Liebe Grüße
    Verena

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