Entscheidung Hund aus dem Ausland
Familienleben,  Haustierleben

Entscheidung Hund aus dem Ausland – Tipps und Tricks

Entscheidung Hund aus dem Ausland – Tipps und Tricks“ – in meinem neuen Beitrag geht es um die Entscheidung und den Einzug eines neuen Vierbeiners bei Euch zu Hause. Egal, ob vom Züchter oder aus dem Tierschutz – es gibt einiges zu bedenken! Was genau, hab ich Dir hier mal zusammengesucht. Viel Spaß beim Lesen.

Jaaaa, long time no see!

Ich komme gerade kaum zum Blogbeitrag-Schreiben. Zumindest für mich. Aber nun hab ich mich mal aufgerafft! Geplant habe ich diesen Beitrag schon bevor Jacky hier eingezogen ist. Wer ist Jacky? Ich stelle sie Dir gerne innerhalb des Beitrags vor.

Entscheidung Hund aus dem Ausland – Tipps und Tricks

Egal ob aus dem Tierschutz, vom Züchter oder aus dem Ausland, es gibt einiges zu beachten! Als ich vor vielen Jahren mich für einen Hund entschied, hatte ich echt keine Ahnung. Zum Glück habe ich alles richtig gemacht und Babsi hat mein Leben so so sehr bereichert! Ich berichtete hier.

Allerdings war ich damals in der Ausbildung zur Tierheilpraktikerin und hatte natürlich schon das Interesse. Doch was muss man sich überlegen, wenn ein Hund einziehen soll? Was beachten?

Entscheidung Hund: Das solltest Du bedenken!

Ein Haustier verlangt viel von Dir! In erster Linie viel Zeit und Geld!

Das bedeutet nicht, dass Du zu Hause sitzen und Millionär:in sein sollst. Aber es kann sein, dass Dein Tier krank wird, vielleicht sogar chronisch. Jeden Monat etwas Geld auf die Seite zu legen oder eine Krankenversicherung abzuschließen, sollte möglich sein.

Dein neues Tier wird am Anfang alles noch beängstigend und erschreckend finden. Deshalb musst Du immer verfügbar sein. Alleine bleiben muss geübt werden. Das braucht Zeit.

Wie sieht es mit Deinen Familienmitgliedern aus?

Ja, das Haustier wird ein volles Familienmitglied werden. Auch wenn Du Dich immer kümmerst, werden sich vielleicht Deine Kids oder Deine Eltern auch mal mit dem Hund befassen. Spielen und Gassi gehen. Ist ja auch schön!

Deshalb bedenke:

Ein großer, junger Hund nietet ein Kleinkind oder einen alten Opa wie nix um! Und das will der nicht mal, sondern ist einfach nur voller Liebe!

Ein Hund mit schlechten Erfahrungen kann auch mal zubeißen. Wie alt sind Deine Kinder, um den Hund mit zu erziehen?

Gibt es Allergien in Deiner Familie? Die Tierheime sind leider voll von Hunden, in deren Familie eine Hundehaar-Allergie aufgetaucht ist. Natürlich ist man dann untröstlich – hätte man aber vorher testen können.

Wie sieht es mit Platz aus? Du brauchst nicht gleich einen Bauernhof für die Schäferhunde-Haltung. Aber bedenke, dass Baby-Rex ausgewachsen dann doch das ganze Sofa einnimmt. Und so eine Transportbox, ein Körbchen oder ein schöner Schlafplatz brauchen Raum.

Deshalb entschied ich mich dieses mal für einen kleinen Hund. Auch wenn alle denken, dass Jacky ein Schäferhund ist (und dieser sicher in ihren Genen steckt), sie hat eine Schulterhöhe von 40 cm. Sie ist ne Kleine.

Entscheidung Hund aus dem Ausland - Tipps und Tricks; Schäferhund im Mini-Format

Als Nächstes stellt sich die Frage: Welcher Hund soll’s denn sein?

Dabei bedenke, wie Deine Lebenssituation und Dein Alltag aussieht. Seid Ihr eher eine sportliche Familie? Oder bist Du Single in der Großstadt-Wohnung?

Nun schau Dir verschiedene Rassen an und lies Dir die Charakter-Beschreibung durch! Brauchst Du einen sehr aktiven Hund, der täglich 3 Stunden Auslauf braucht ( und das zweimal), oder eher eine Couch-Potato?

Aber lass‘ es Dir gesagt sein: Jeder Hund braucht Beschäftigung – Langweile macht kreativ! Zerstörte Möbel, Türen, Tapeten oder gejagte Jogger und Autos können die Folge sein.

Du wirst den perfekten Hund finden! Da bin ich mir echt sicher!

Entscheidung Hund aus dem Ausland – Tipps und Tricks

Aber wir waren ja beim Thema „Hund aus dem Ausland“. Nun weißt Du, was für ein Hund es sein soll. Zumindest in etwa. Wie adoptiert man einen Hund aus dem Tierschutz?

Wie bei jedem anderen Thema setzt man sich da gerne mal an den Computer und startet das Internet. Du kannst also gerne mal bei den Tierheimen in Deiner Umgebung nachfragen, die oft Hunde aus dem Ausland aufnehmen oder Partnerseiten haben, bei denen man sich erkundigen kann. Denn sonst überhäuft Dich die Flut der Informationen und Webseiten.

Oder Du meldest Dich in Facebook und dort in den verschiedenen Gruppen an. Das habe ich getan.

Doch: Welche Tierschutzorganisation ist seriös?

Natürlich möchtest Du vermeiden, einen Hund von so genannten „Vermehrern“ zu bekommen, die ihre Hunde aus dem Kofferraum für einen Billigpreis verkaufen. Sie werben mit sehr jungen Welpen, die oft krank sind. Das erzählen sie allerdings nicht.

Man kauft keinen Hund auf Ebay!

Seriöse Tierschutzorganisationen importieren die Hunde frühestens ab einem Lebensalter von 15 Wochen. Die Illegalen fälschen allerdings die Papiere einfach. Woran erkennst Du also im Internet eine seriöse Tierschutzorganisation, der Du vertrauen kannst?

  • In Deutschland eingetragener Verein
  • Erlaubnis vom zuständigen Veterinäramt
  • erfassen den Import der Tiere über TRACES
  • Man kann mit ihnen persönlich in Kontakt treten, Face to Face oder am Telefon
  • Sie stellen Fragen über das zukünftige Zuhause und überprüfen dieses persönlich
  • Schließen Schutzvertrag mit einer Schutzgebühr ab!
  • Stellen de EU-Heimtierausweis aus

ES FINDET KEIN TIERKAUF REIN ÜBER DAS INTERNET STATT!

So weit, so gut. Nun hast Du so eine Organisation gefunden und stöberst nach Deinem Herz-Tier. Wenn Du eines gefunden hast, nimmst Du Kontakt auf und kannst erfragen, wie das Tier so drauf ist, kannst erzählen wie Du so drauf bist und was Du Dir wünschst. Bestenfalls ist es sogar schon in Deutschland bei einer Pflegefamilie oder aber muss noch „importiert“ werden, wenn Du aber einverstanden bist, kannst Du den Vertrag nach der Überprüfung unterschreiben und bei der nächsten Fahrt oder dem nächsten Flug wird Dein Tier dabei sein. Meist ist dann schon die Schutzgebühr fällig, die die laufenden Kosten Deines Tieres deckt.

Möglich ist manchmal auch, dass Du Dich als Pflegestelle anbietest und das Tier erstmal bei Dir in Pflege nimmst. Ist so bisschen wie „auf Probe„. Frag einfach nach, sicher legt Dir da niemand Steine in den Weg!

Wie war das bei uns?

Jacky war noch in Rumänien, als hier schon alles für sie vorbereitet wurde. Ich verliebte mich auf einem Foto in sie, konnte mir aber die Größe nicht wirklich vorstellen. Ich wünschte mir einen Hund bis Schulterhöhe 40cm, weiblich, im Alter zwischen 6 Monaten und einem Jahr, gerne Mischling, kein Beißer/ Angstbeißer. Dies wurde mir am Telefon bestätigt und ein paar Tage später kam ein netter Herr hier zu mir zu Besuch, der sich den Garten und das Haus ansah. Da wir schon Hunde hatten, war das natürlich kein Problem!

Jacky kam mit dem Transport und durfte sich erst einmal bei einer Pflegefamilie erholen. 2 Wochen war sie insgesamt bei ihnen. Mir war wichtig, dass sie erst mal ankommen konnte, während hier noch die wichtigsten Termine erledigt wurden, damit wir Zeit für die Maus haben. Die Pflegefamilie bestätigte am Telefon meine Erwartungen: Ein zwar noch etwas ängstlicher, zurückhaltender, aber lieber Hund, der nicht beißt, nicht viel bellt, klein ist, weiblich, schon soweit stubenrein und recht umgänglich in ihrer Art.

Zum Kennenlernen nahm ich die Jungs mit und konnte Jacky direkt mit zu uns nehmen. Ich unterschrieb den Vertrag, hatte nette Gespräche und auch die Fahrt war sehr angenehm. Glück gehabt? Kann sein. Aber es wurde nichts übereilt, alles genau durchdacht und geplant.

Entscheidung Hund aus dem Ausland - Tipps und Tricks; Jackys erste Fahrt mit uns
Jackys erste Fahrt mit uns – danach in der Box!

Entscheidung Hund aus dem Ausland – Tipps und Tricks

Was kann Dich erwarten?

Mangelnde Sozialisierung:

Rechne nicht damit, dass der Hund in ewiger Dankbarkeit zergeht, weil Du ihn „gerettet“ hast. Du hast ihn rausgerissen aus seiner vertrauten Umgebung. Das passierte ihm aber nicht zum ersten Mal, das erlebte er schon in dem Land. Entweder von einer Familie in die Tötung oder ins Tierheim gebracht, oder von einem Menschen, von der Straße eingesammelt, aus der Tötung ins Tierheim gebracht: Das alles geschah gegen seinen Willen!

Dann in einer Box und in einem Flieger oder Transporter lange Zeit verbracht, bis wieder fremde Hände kamen. Entweder Deine oder die einer Pflegefamilie.

Gib dem Hund Zeit! Er ist nicht freiwillig bei Dir!

Stubenreinheit kennt der Hund eventuell auch nicht, aber Hunde sind keine Nestbeschmutzer und lernen das recht schnell, wenn man da mit etwas Know-How rangeht.

Leinenführigkeit natürlich auch nicht. Selbst ein Körbchen ist eine völlig neue Erfahrung. Also Schritt für Schritt an alles gewöhnen ist nun die Devise.

Es ist wie mit einem Baby, das auf die Welt gekommen ist: Besuch sollte erst einmal wegbleiben, kleine Kinder ebenso, denn falls der Hund aus Panik mal schnappt, kann das gefährlich werden. Lerne ihn erst selbst kennen. Schnell werden kleine Probleme verschwinden, ein Rhythmus gefunden und Ihr werdet Euch aneinander freuen.

Zeige Deinem Hund Deine Welt!

Kein Hund ist von Natur an böse! Manche haben aber krasse Traumata erfahren und können dadurch aggressiv oder ängstlich reagieren. Lasst Euch unbedingt vorher beraten, welcher Hund zu Euch passt und wieviel Know-How Ihr für den Hund habt. Überschätze Dich niemals selbst!

Entscheidung Hund aus dem Ausland - Tipps und Tricks; kuscheln mit Jacky

Was brauchst Du also für Deinen neuen Schatz?

Geduld! Langfristiges Training und das Hunde-Know-How, was Dein Hund braucht. Ein Körbchen, 2 Schälchen für Wasser und Futter, eine Leine, vor allem ein Panik-Geschirr (das bekommst Du bei der Übergabe, ist gar nicht so schlimm wie es sich anhört!) und – GEDULD!

Jacky ist nun seit 4 Monaten bei uns! Sie gewöhnt sich immer noch ein! Ihre Ängstlichkeit ist weitestgehend weg, allerdings ist sie noch immer sehr vorsichtig und manche Dinge mag sie einfach nicht. Beim Gassigehen trägt sie noch immer das Sicherheitsgeschirr, allerdings üben wir schon mit der Schleppleine. Ihre erste Läufigkeit (ja, diese Hunde sind nicht zwingend kastriert) hat sie schon hinter sich und gut durchlebt. Sie liebt es auf dem Sofa zu kuscheln und ihre sichere Insel, ihr Pol, ihr Hafen – ja, das bin ich!

Deine Bea.

WICHTIG: Import-Hunde müssen über einen sicheren Impfschutz verfügen, welcher im EU-Heimtierausweis vermerkt wird. Sie müssen gechipt sein, die Nummer kannst Du bei Tasso dann registrieren lassen.
Endo- und Ektoparasitenprophylaxe muss dort schon durchgeführt worden sein, ebenso die Tests auf Importkrankheiten wie z.B. Leishmaniose, Herzwürmer, Babesiose oder Ehrlichiose.
Die Schutzgebühr beinhaltet die Kosten für die vorausgegangenen Untersuchungen, Behandlunge und evtl. Kastration. Auch die Austellung des EU-Heimtierausweises ist damit bezahlt.
Nach einer kurzen Eingewöhnung stelle den Hund bei einem Tierarzt:ärztin vor. Diese:r berät Dich, was Du noch machen musst, eventuell eine Wurmkur, später einen Bluttest, um alles auszuschließen und hinter Euch zu lassen.

10 Kommentare

  • I need sunshine

    Ich hatte eine Studienfreundin die auch einen Hund aus dem Ausland aufgenommen hat. Ich habe immer großen Respekt davor sich einen Hund zuzulegen. Ich stelle es mir wunderschön und bereichernd für die ganze Familie vor, weil ein Hund wirklich zu einem Familienmitglied wird und imemr dabei ist. Aber wie du schon schreibst, hat man so viel Verwantwortung und es steckt so viel dahinter. Das muss man sich wirklich vorher gut überlegen, ob man das zeitlich und finanziell stemmen kann. Ich könnte mir vorstellen irgendwann einen Hund bei uns einziehen zu lassen, aber weiß auch, dass es aktuell nicht der richtige Zeitpunkt wäre und zeitlich nicht klappen würde.

    Liebe Grüße,
    Diana

  • Mo

    Liebe Bea,

    ich verfolge auf Instagram ja wie sich eure kleine Maus so macht. Eine Freundin von mir wollte ursprünglich nur eine Pflegestelle für die Fellnasen aus dem Ausland sein und schon bei der ersten Hündin war es Liebe auf den ersten Blick und statt Pflegestelle wurde es nun ein Zuhause für immer.
    Aber ich finde es auch total spannend, was alles so bedacht werden muss und das niemand genau weiß, was die Hunde vorher so erlebt haben. Ich finde deine Tipps und Tricks super, weil sie den Menschen die Angst vor den „ausländischen“ Hunden nehmen, die immer gleich mit Klischees überhäuft werden.

    Für euch und den Wirbelwind nur das Beste.

    Liebe Grüße
    Mo

    • Mamabeasblog

      Danke für Deine Worte. Auch die Hunde aus dem Tierheim in Deutschland haben eine Vergangenheit, von der man oft nichts weiß. Mir war es egal, woher der Hund kommt.

  • Auszeitgeniesser

    Danke für die vielen interessanten Einblicke in dieses Thema.
    Ich bin bisher immer der Ansicht gewesen, es gibt auch bei uns viele „obdachlose“ Tiere, ob man sie dann wirklich aus dem Ausland holen muss? Ich war mir nie sicher.
    Irgendwie finde ich es ein sehr schwieriges Thema.

    Viele Grüße, Katja

    • Mamabeasblog

      Ja, mir war es sogar egal, ob aus dem Ausland oder aus Deutschlands Tierheimen. Allerdings sind diese oft auch nur gefüllt von Hunden aus dem Ausland. Sicher gibt es im Tierheim auch Hunde aus schlechter Haltung, aber ich wollte einen jungen Hund, der auf keiner Liste steht, das war im Moment nicht möglich.

  • Anja

    Liebe Bea,
    ui, ein Tier bei euch aufzunehmen ist immer ein ganz großer Schritt voller Verantwortung. Im besten Fall begleitet es einen viele Jahre. Dass ihr mit eurer Entscheidung, einen Hund aus Rumänien zu euch zu holen, einem Tier ein hoffentlich wunderbares Leben schenkt, finde ich großartig. Und ich bin mir sicher, dass Jacky es euch danken wird und sich die Ängstlichkeit bald legen wird.
    Herzliche Grüße
    Anja von STADT LAND WELTentdecker

  • Jana

    Ich war ja schon ein bisschen über Eure Jacky informiert, hab aber gestern erst bemerkt, dass sie doch kleiner ist, als ich dachte 🙂 Hat man auf deinen Instagrambildern gesehen! Wir selbst wollten im Frühjahr auch einen Hund aus dem Tierschutz nehmen, aber kamen nie bis zum finalen Schritt, sprich die Hunde wurden immer anderweitig vermittelt, was uns richtig traurig gemacht hatte! Aber dann fanden wir doch über privat einen Hund, der unserer werden sollte und ich denke mal es war irgendwie Schicksal, denn Elfie ist genau das, was wir wollten! Verspielt, herzensgut und so vernarrt ins uns wie wir ins sie! Sie liebt einfach (fast) alle Menschen und das ist so herrlich anzusehen! Sie möchte am liebsten von allen gestreichelt werden, ist Jacky auch so verschmust?

    Viel Freude weiter mit ihr!

    Liebe Grüße
    Jana

    • Mamabeasblog

      Ja, Jacky würde am Liebsten den ganzen Tag nur kuscheln! Ich freue mich auch, Elfie immer in Instagram zu sehen, sie ist schon sehr süß! Es kommt, wie es kommen soll!

      Danke für Deine Worte, schöne Feiertage, liebe Jana.

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