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Nun die Fortsetzung… Teil 4

Alles auf der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und einen festen Entschluß an. (Johann Wolfgang von Goethe)

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Nach unserer Kur begann für unseren Großen das letzte Kindergartenjahr, das in unserem die „Forscherzeit“ genannt wird. Die Vorschulkinder sind die „Forscher“ und es gibt ganz viel zu entdecken. Welch aufregende Zeit! Ich finde, dass das unser Kindergarten ganz prima macht! Die Kinder sind super auf die Schule vorbereitet und starten immer sehr motiviert und ohne Angst in die 1. Klasse! Ganz großes Lob meinerseits!

Till hatte in der Zeit einen Vorlaufkurs, in dem Kinder, die sprachlich nicht auf gleicher Ebene wie Gleichaltrige waren,  von einer Lehrerin aus der gegenüberliegenden Grundschule abgeholt wurden und mit Spiel, Spaß und Spannung noch aufholen konnten.

Für unseren Sohn war es natürlich zu wenig, er hatte weiterhin Logopädie und Ergotherapie sowie Termine im SPZ Heidelberg (Link unten). Da er im November geboren war, war er kein sogenanntes Kann-Kind, außerdem war seine Entwicklung ja nun auch sehr fortgeschritten, weshalb klar war, dass er im darauffolgenden Sommer eingeschult werden würde.

In diesem Zusammenhang fand ein Informations-Elternabend für die Eltern der „Forscher-„Kinder statt, in dem über den Übergang „Kindergarten – Schule“ und was im 1. Schuljahr passieren würde, informiert wurde.

Die Lehrerin des Vorlaufkurses war anwesend, um über Schreiben – und Lesenlernen in der 1. Klasse zu berichten. Ihre Begeisterung zu diesem Thema war ihr ins Gesicht geschrieben, sie war sehr von der Methodik „Schreiben nach Gehör“ (Link unten) überzeugt. Bis wir Eltern erstmal diese Information verdauen konnten, war sie schon voll in der Marterie!

Wie schnell die Kinder damit schreiben könnten,

dass wir Eltern da die Finger rauslassen sollten, die Kinder nicht verbessern dürften,… in mir stiegen Zweifel hoch! Zweifel, dass ein Kind, dass 3 Jahre so gut wie nichts hörte, so etwas bewältigen könnte, ein Kind, dass selbst noch mit der sprachlichen Grammatik Probleme hatte, so etwas meistern könnte, dass damit schreiben lernen sollte, denn schließlich war ja nach einem Jahr der Spuk vorbei, dann würden sie ja berichtigt werden. Aber was hatte ich für eine Alternative? Keine.

Zum Glück gab es da schon das Internet!

Zuerst googelte ich diese Methodik und las, dass überall, wo „Schreiben nach Gehör“ als Pilotprojekt oder auch als Methodik eingeführt wurde, auch schon abgeschafft wurde, weil es sich als nicht hilfreich erwies, sogar darauf hingewiesen wurde, dass mit dieser Art Schreiben zu lernen die Anzahl von Analphabeten in der 5. Klasse drastisch stieg. Meine Zweifel wurden also nur bestätigt. Und nun suchte ich eine Alternative.

Denn aufgrund meiner Forschungen würde wohl keine Grundschule ihre Methodik ändern oder noch einmal überdenken, waren sie doch sehr davon überzeugt.

Im Nachbarort gab es zu einer Regelgrundschule eine so genannte „Sprachheilschule“. Dort machte ich einen Termin aus.

Zu dem Termin ging ich alleine – die Schulleiterin war sehr nett und beantwortete mir alle Fragen, machte schon einmal Kopien von der Akte von Till. Mir wurde erklärt, dass sie dort Schreiben und Lesen nach der Silben-Methode (Link unten) lehren würden. Das klang für mich schon besser.

Im Gegenzug zur Regelgrundschule ließen sie sich für lesen und schreiben dort mehr Zeit, 2 Schuljahre. Der Rest des Unterrichts wäre allerdings absolut gleich mit der Regelgrundschule, denn sie seien ja keine Förderschule. Das beruhigte mich schon sehr.

Unser Großer hatte als Nächstes dort einen Termin, bei dem er sich vorstellen durfte, es wurde gemalt und gelacht und Till zeigte sich so, wie er nun einmal war. Die Schulleiterin sagte, er sei typisch für die Sprachheilschule, er würde super reinpassen! Ich musste natürlich wieder viele Anträge ausfüllen, aber das war ich ja gewohnt. Dann hieß es abwarten.

Es verging ganz viel Zeit,

die Schuleingangsdiagnostik bei der Amtskinderärztin fand statt, die Till ja schon kannte und begeistert war von seiner Entwicklung, vor allem seiner Motorik und mich in meiner Entscheidung, den Sohn auf eine Sprachheilschule einzuschulen, unterstützte. Es stand überhaupt nicht mehr zur Debatte, dass er auf die Regelgrundschule gehen würde.

Allerdings hatte ich noch immer keine Zusage, ich rief mehrmals an, wurde aber immer vertröstet, er würde ganz klar aufgenommen werden, die Briefe würden „nach Ostern“, „nach Pfingsten“, „bald“ rausgehen.

Ich hatte eine unglaubliche Angst! Dass ich kurz vor den Sommerferien Bescheid kriegen würde, dass es doch nicht klappt!

Ich hatte Alpträume, wollte schon Antrag stellen, dass er ein Jahr zurückgestellt werden würde. Es fand ein runder Tisch mit den verschiedenen Therapeuten, Kindergarten und der neuen Lehrerin der Regelgrundschule statt (diese machte den Vorlaufkurs). Alle empfanden es besser für Till, dass er auf die Sprachheilschule gehen würde.

Weiterhin keine Antwort.

Kurz vor den Sommerferien dann die erleichternde Mitteilung, dass er aufgenommen würde und wann es losgehen würde. Endlich konnte ich wieder schlafen! So konnten wir unseren Sohn aus dem Kindergarten entlassen und positiv nach vorne blicken!

http://www.focus.de/familie/lernen/wie-kinder-schneller-schreiben-lernen-rechtschreibung_id_2039625.html
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Sozialpaediatrisches-Zentrum.140917.0.html#c161545
http://www.legakids.net/eltern-lehrer/lernmaterialien/mildenberger-verlag/lesen-und-schreiben-mit-der-silbenmethode-unterstuetzen/

Ein Kommentar

  • L♥ebe was ist

    meine liebe Bea,
    das liest sich ja fast wie ein Krimi 😉
    ich finde es wunderbar, dass du für deinen Till diese Methodik recherchiert und gefunden hast – und überhaupt, dass die Möglichkeit gibt für Kinder, die nicht in der selben Geschwindigkeit entdecken, erforschen und Lernen wie die Gleichaltrigen 🙂
    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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