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Nun die Fortsetzung… Teil 3

Heilung bedeutet, was der Mensch erfährt, was ihn trägt, wenn alles andere aufhört, ihn zu tragen. (Wolfram von Eschenbach)

Nachdem ich mich durch den Alltag mit Therapien, zahnendem Kleinkind und verschiedenen Antragsstellungen gekämpft hatte und absolut an meine Grenzen gekommen war, auch das ein- oder andere mal einen Nervenzusammenbruch hatte (im Wartezimmer der Ergotherapeutin – an dieser Stelle vielen Dank fürs Ignorieren) und Burn-out plötzlich ein Thema wurde, beantragte ich auf Drängen meines Gynäkologen eine Mutter-Kind-Kur, welche sofort genehmigt wurde.

Allerdings so schnell, dass es mich überrumpelte.

Erst fand ich blöd, dass es ein Kurhaus in der Nähe von Heidelberg war, dann fand ich es lustig, dass ich in die Kur ging wo ich früher tanzen und feiern ging, dann praktisch, denn so konnte mein Mann uns jedes Wochenende besuchen kommen. Also blieb es dabei – auf in die Mikina: Mit Kindern neu anfangen.

Ich hatte garnicht so viel vorbereitet. Aber Koffer packen für 2 Kinder und mich war kompliziert genug. Da ich nicht mit dem Zug fahren musste, sondern vom Mann gefahren wurde, konnte ich aber mehr mitnehmen, auch unnötige Dinge, wie Laptop, Radio und sowas.

Der Start war für mich unglaublich unsicher… hatte ich doch bis dahin meine Familie im Hintergrund. Dort würde ich alleine mit den Kindern sein. Und musste mich selbst um alles kümmern. Die Listen, was ich dort zu beachten und erledigen hatte, machten es nicht leichter.

Am 2. Tag hatte ich die Aufnahmeuntersuchungen, bei denen entschieden wurde, welche Therapien und Anwendungen für mich in Frage kommen würden. Leichtsinnig wie ich war trug ich mich schon mal zu einem freiwilligen Kurs „Bauch-Beine-Po“ ein. Welch eine verrückte Idee dies war, fiel mir allerdings erst später auf, als ich meinen Plan bekam.

Anscheinend war die Ärztin der Ansicht, dass ich unbedingt viel Sport brauchte. Nach einem EKG gab es auch das okay zum Sport, es wurde zum erstenmal festgestellt, dass ich Herzrythmusstörungen habe, die allerdings harmlos sind.

Am darauffolgenden Tag ging es schon direkt los… morgens frühstücken, die Kinder in den Kindergarten bringen. Dies gestaltete sich schon schwerer als gedacht, denn Till war in einer anderen Einrichtung wie Maxim, der gerade erst 2 Jahre alt war. Maxim wurde bis dato nicht fremdbetreut, die Veränderung und die Trennung fiel ihm nicht leicht. Aber die Erzieherinnen waren großartig und lenkten die Kinder ab. MIR fiel die Trennung allerdings auch nicht leicht!

Dann ging es zum Walken.

Eine Gruppe stark motivierter Damen wartete schon auf den Trainer um sich durchs Feld und durch den Wald jagen zu lassen. Manche mit Stöcken, andere ohne. Mir machte das Walken viel Spaß, merkte ich doch, dass ich fitter war, als ich dachte!

Ha, absolut falsch gedacht! Spätestens beim Yoga merkte ich, dass ich definitiv nicht so gelenkig war, wie ich dachte! Naja, schlimmer geht jetzt nicht mehr? Nach Yoga kam Wassergymnastik – sagt mal, bin ich nur zu klein dafür, dass ich nix unters Wasser gedrückt kriege, oder einfach zu schwach? Zu klein, ganz klar!

Danach gab es Mittagessen und Mittagsruhe für die Kinder. Till aß im KiGa,  Maxim musste ich holen, der allerdings meistens so müde war, dass er fast nichts essen konnte und mit dem Gesicht im Teller gelandet ist. Dann wurde Till abgeholt und es ging ins Zimmer für die Mittagsruhe. Als diese wieder vorbei war, ging die Kinderverteilerei wieder los. Und danach Entspannung für die Mama: Massage! Herrlich! Es gibt nichts besseres! Da man sich danach total fit fühlt, ging es gleich weiter: Qi Gong, mein freiwilliges „Bauch-Beine-Po“ und Kardio auf dem Fahrrad.

Zwischen diesem Programm ging es immer wieder ins Zimmer zum Umziehen – wir hatten Hochsommer! Aber es war sehr angenehm, denn ich trug eh den ganzen Tag nur Sportkleidung.

Um 17 Uhr war dann vorbei mit der Ruhe!

Kinder aus dem KiGa abholen. Zum Glück gab es einen großen Spielplatz, auf dem die Kinder sich noch restlich austoben und mit Sand panieren konnten, damit sich das Duschen nach dem Abendessen auch gelohnt hat. Wenn die Kinder im Bett waren wusch ich noch Wäsche, ging ins Internet, was nur in einem speziellen Raum ging, telefonierte mit meinem Mann und schlief…

A propos schlafen: Maxim, schlechter Schläfer von jeher, benahm sich dort wie zu Hause: Mittags schlief er 2 Stunden, abends einschlafen war schon schwieriger, aber nicht unmöglich, jede Stunde aufwachen und 10 Minuten schreien blieb aber wie gewohnt. Das machte ich nun schon 2 Jahren durch und man wunderte sich nicht, dass ich auf dem Zahnfleisch ging. Er schrie so hysterisch, ließ sich nicht beruhigen, schlug mich weg und erst wenn ich mit ihm auf den Balkon ging, beruhigte er sich. Es war so laut, dass sogar die Nachbarin mir am nächsten Tag sagte, dass sie mich bedauere.

Die Ärztin diagnostizierte Nachtschreck und gab mir Globulis für ihn. Durch diese lernte mein Kleiner zu schlafen! Er schlief zwar nicht durch, aber immerhin jede Nacht etwas länger als eine Stunde und ohne Hysterie. Es dauerte allerdings 6 Monate, bis er mehrere Stunden am Stück schlief. Der Nachtschreck war allerdings sofort weg.

In den nächsten Tagen konnte ich mich kaum bewegen – „Bauch-Beine-Po“ forderte seinen Muskelkater-Tribut. Aber trotzdem schonte ich mich nicht! Sport tat mir unglaublich gut!

Der Kindergarten von Till hatte immer eine neue Überraschung für mich parat: Beim Yoga stand plötzlich mein Kind neben mir, ausgebüxt obwohl sie doch alles gesichert hatten („Der ist wie ein Regenwurm, der rutscht einfach unbemerkt durch“), zur Ergotherapie wurde er nicht gebracht, weil es schlicht vergessen wurde, es gab Bastelnachmittage, die Pflicht waren, obwohl Till (bis heute) basteln garnicht mag und dann dort trotzte, was meinen Stresspegel stiegen ließ. Er wurde von einem Mädchen gebissen (sie küsste halt hart), ein anderes mal war mein Kind von oben bis unten mit Farbe voll… aber glücklich! Dann bin ich es auch!

In der ersten Woche war alles neu und frisch, in der 2. Woche waren wir voll und ganz drin in der Marterie, in der 3. merkte man, dass man langsam wieder nach Hause wollte, voller Tatendrang, das umzusetzen, was man neu gelernt hatte. In meinem Fall mehr Sport. Denn der tat mir gut.
An den Wochenenden war mein Mann da und wir machten Ausflüge. Das war sehr schön.

Trotzdem war es auch schön wieder nach Hause zu kommen.

Ich habe viel gelernt, hatte viele interessante Gespräche und neue Kraft.

Neue Kraft, die ich spätestens zum Schulbeginn dringend brauchte. Aber über die Grundschulwahl und dem Schulstart berichte ich das nächste mal – seid gespannt!

2 Kommentare

  • L❤ebe was ist

    hihi, ich musste bei dieser Fortsetzung ein bisschen schmunzeln meine Liebe 🙂
    meine Mama hatte auch mal eine Mutter-Kind-Kur mit mir gemacht (starkes Asthma meinerseits wegen) … selber kann ich mich nicht mehr daran erinnern, aber ich bin sicher, dass genauso war! 😀
    und es zeigt sich doch, dass Yoga echter Sport ist was?! machst du das eigentlich immer noch? ich liebe es ja und es vergeht kaum ein Tag ohne 😉
    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

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