Allgemein,  Familienleben

Nun die Fortsetzung… Teil 5

Das Staunen ist eine Sehnsucht nach Wissen. (Thomas von Aquin)

Endlich kam der erste Schultag. Till war aufgeregt, gespannt, was ihn erwartet, freute sich wie verrückt!

Die Schultüte war gepackt, der Schulranzen aufgeschultert, die Großeltern und die Urgroßomi waren schon vor Ort, da schaute ich mir meinen kleinen Großen an… er strahlte, freute sich so sehr, hatte garkeine Angst! Er ist ein so unglaublich mutiger Junge!

Es gab wie bei jeder Einschulungsfeier eine Aufführung der Schule, es wurden Reden gehalten. Dann gingen die Kinder mit den Lehrern ins Klassenzimmer. Ich konnte mich mit Kaffee eingedeckt wegen dem Schulbus informieren. Alles lief prima! Zu Hause wurde weitergefeiert, es kamen noch Freunde, Till war sehr glücklich! Ein rundum gelungener Tag!

Am nächsten Tag sollte es schon direkt mit dem Schulbus losgehen. Ich brachte ihn an die Bushaltestelle und los gings. Ab hier hatte ich kein Auge mehr auf mein Kind. Das war schon sehr beängstigend. Gut ist, wenn man etwas abgelenkt ist. Zum Glück habe ich ja noch einen Sohn, um den ich mich kümmern konnte.

Als es auf Schulende zuging, ging ich schon nervös, mit einem schlechten Bauchgefühl an die Bushaltestelle. Ich wartete, das Gefühl wurde nicht besser.

Es kamen einige Schulbusse, aber nicht der von der Grundschule. Als ein Bus, den ich nicht zuordnen konnte, anhielt, stieg ein größerer Junge aus. Meiner, der schon lange angekommen sein sollte, war nicht dabei. Mein Bauchgefühl wurde zum Bauchweh! Was ist vorgefallen?

Ich rief in der Schule an, da erfuhr ich nur, dass alle schon lange weg wären. Also nicht unbedingt beruhigend für mich! In Panik lief ich schon in der Straße auf und ab. Meine Eltern zogen sich die Schuhe an, wollten mit dem Auto den Weg abfahren. Gerade als sie loswollten, bog mein Sohnemann glücklich strahlend um die Ecke zu unserem Haus.

Erleichtert weinte ich und schloß ihn in meine Arme. Er war völlig überrascht, für ihn war alles in Ordnung. Ich fragte ihn, wo er denn geblieben sei, da sagte er, er wäre noch im anderen Ort ausgestiegen, weil da viele ausgestiegen wären, und als er merkte, dass er falsch war, lief er eben nach Hause! Mein mutiger selbstbewusster kleiner Mann! Unglaublich, das Kind! Keine Panik, nicht geweint. Sich gefreut, dass das Wetter so toll ist!
Am nächsten Tag musste er mir schwören, dass er erst austeigt, wenn er mich sieht. So haben wir das mehrere Wochen weiter praktiziert, bis ich mir sicher war, dass nichts mehr passierte, dann durfte er von der Bushaltestelle nach Hause laufen (20 Meter).

Die erste Zeit lief gut, Till lernte schnell, Zahlen- und Silbenschreiben, es fiel ihm alles leicht. Die Lehrerin machte uns auf seine motorische Unruhe aufmerksam, er würde schon viel den Unterricht stören, aber sie hätte ein paar Ideen, wie sie es in den Griff kriegen würde.

Zu Hause bei den Hausaufgaben bemerkte ich, dass er schon sehr lange brauchte, bis er anfing, dran bleiben fiel ihm schwer, alle lenkte ihn ab. Ich blieb immer neben ihm sitzen.

Es wurde allerdings in der Schule nicht besser, die Lehrerin setzte ihn auf verschiedene Stühle, auf einen Sitzball, allerdings half nichts. Sie versuchte es mit strengen Regeln und Bestrafungen bei Nichteinhaltung, war auch nichts brachte. Deshalb riet sie uns in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanz einen Termin zu machen.

Gesagt – getan! Denn wir wussten ja schon immer, dass er da Probleme hätte und waren offen für verschiedene Tests bzw. Therapien, die ihm helfen, in der Schule klar zu kommen.

Wir hatten einen Ersttermin zum Besprechen, was uns bzw. der Lehrerin aufgefallen ist. Da wir schon immer offen darüber sprachen, war das garkein Problem. Die Ärztin war sehr nett und sehr einfühlsam. Wir bekamen mehrere Termine für verschiedene Tests.

Till arbeitete bei den Tests so gut er konnte mit. Er ist kein Test-Verweigerer, schüchtern auch nicht, und so hatte er sogar Spaß daran. Beim Ablenkungstest in der Gruppe bespaßte er gleich die Leidensgenossen.

Das Ergebnis war AD(H)S mit ausgeprägtem H, die Aufmerksamkeitsspanne wäre bei ihm erheblich verkürzt. Noch dazu hätte er ein sehr starkes Geltungsgefühl, was bedeutet, ihm ist er selbst der Wichtigste und was er will, was ihm gerade einfällt, ist das Wichtigste, wenn er reden will, dann platzt es aus ihm heraus, er kann nicht warten. Seine Impulsivität ist stark ausgeprägt!

Für uns keine Neuigkeiten… nur was passiert jetzt mit so einer Diagnose? Ständige Termine in der Ambulanz zu Gesprächen und zur Entwicklungsbeobachtung, eine Elternschulung, die Lehrerin kam auch mit zu einem Termin mit der Ärztin, wieder Ergotherapie.

Wir beobachteten es bis zum Ende des Schuljahres. Es wurde nicht besser.

Wie wir reagiert haben und was weiter passiert ist… im nächsten Teil!

Eure Bea.

https://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit%C3%A4tsst%C3%B6rung

Ein Kommentar

  • L♥ebe was ist

    nach deinem letzten Teil hatte ich schon gedacht – wie du vermutlich auch – dass die Sprachschule es verbessern würde …
    dennoch merkt man aus deinem Bericht ja, dass man sich in der Schule schon Mphe gegeben hat! ich bin also wirklich gespannt, wie es mmit den Therapien weitergeht, ob es besser wird 🙂
    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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